Nassfutter

Nassfutter sollte die Katze zwei- bis dreimal täglich bekommen. Rohes Fleisch wäre zwar artgerechter, aber mit diesem Thema muss man sich ein wenig beschäftigen. Dosennassfutter gibt es an jeder Ecke. Deshalb wird es häufig gefüttert. Es ist auf jeden Fall besser als das meiste Trockenfutter, weil es einen viel höheren Feuchtigkeitsanteil hat. Aber auch die meisten Nassfuttersorten sind nur aufbereiteter Abfall.

Es ist ja noch nicht einmal etwas dagegen einzuwenden, wenn unsere Katzen mit den Abfällen aus der Küche ernährt werden. Aber es sollten schon Fleischabfälle sein, weil die Katze doch ein Fleischfresser ist.

In vielen Nassfutterdosen findet man als Deklaration an erster Stelle: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (mindestens 4% Huhn), wenn es Dosenfutter mit der Geschmacksrichtung Huhn ist. Um diese Geschmacksrichtung auf der Dose zu vermerken, muss das Fleisch und die tierischen Nebenerzeugnisse nämlich mindestens 4 % Huhn enthalten. Die 4 % müssen aber gar kein Fleisch sein. Krallen, Schnäbel, Federn, Knochen, usw. sind schließlich ebenfalls vom Huhn und fallen unter die tierischen Nebenerzeugnisse. Der ganze Rest vom Fleisch und von den tierischen Nebenerzeugnissen kann von jedem anderen Tier sein. Selbst wenn die ganze Pampe nur aus Nebenerzeugnissen (Federn, Knochen, Blut, Krallen, Schnäbel, Innereien) besteht, und nur ein Fitzelchen Fleisch darin enthalten ist, wäre die Deklaration ja immer noch korrekt. Ich glaube Dosenfutter wurde erfunden, um mit den Abfällen aus unserer Lebensmittelproduktion noch Geld zu machen, anstatt sie teuer entsorgen zu müssen. Sonst ist es eigentlich nicht zu erklären, dass es 800 g Dosenfutter für 75 Cent gibt. Aber auch die teureren bekannten Marken lassen sich meistens nur ihren ‚guten‘ Namen bezahlen.

Katzen brauchen nun wirklich kein Filetsteak. Innereien, Blut, auch ein Anteil an Federn und Knochen, das alles ist ja durchaus in Ordnung. Aber erstens muss das Verhältnis stimmen, und zweitens ist es wie beim Trockenfutter – das nützt alles nichts, wenn bei der Herstellung die ganze Masse so hoch erhitzt wird, dass sie zwar absolut keimfrei ist, aber auch ohne jeden Nährwert. Ein reiner Füllstoff also. Da kann man auch Schuhsohlen essen.

Damit die Katze trotzdem bekommt, was sie braucht, werden künstliche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zugefügt, von denen aber keiner so genau weiß, ob die Katze sie auch genauso gut verwerten kann, wie die Vitamine und Mineralstoffe natürlichen Ursprungs. Und damit die Katze diesen Mist auch frisst, werden Aromastoffe zugefügt.
zooplus.de
Natürlich gibt es auch Nassfutterhersteller, die sich da mehr Gedanken machen und natürliche Zutaten in einem ausgewogenen Verhältnis schonend verarbeiten. Meistens schneiden diese guten Futter dann in den einschlägigen Tests ganz schlecht ab, weil die Nährstoffkombination nicht ausgewogen ist. Ich persönlich meine aber, dass man das durch Abwechslung bei der Fütterung normalerweise wieder ausgleicht. Hier habe ich noch ein Statement zum aktuellen Katzenfuttertest der Stiftung Warentest von Anfang 2014 gefunden.

Wir füttern hier verschiedene Sorten: sehr gerne Reico, weil es wirklich aus viel vernünftigem Fleisch und Innereien besteht, die schonend verarbeitet werden, und als einziges Futter alle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente aus den zugefügten mikronisierten Algen gewinnt.
Aber auch andere Sorten, wie z.B. Granatapet, Leonardo, Terra Faelis, Porta 21(Ergänzungsfutter), Cosma (Ergänzungsfutter), Smilla, Animonda Carny, Schmusy, Almo nature, Bozita oder auch noch einige andere Sorten. Nicht bei allen wissen wir, ob die Herstellung so schonend ist, wie wir uns das wünschen.
Auch beim Nassfutter muss man Kompromisse eingehen. Wenn ich meine, dass das Futter gesund ist, heißt das noch lange nicht, dass meine Katze es auch essen mag. Aber es gibt mittlerweile doch schon einige ‚vernünftige‘ Futtermarken, so dass man wirklich nicht mehr auf die Supermarkt- oder Discounterfutter zurückgreifen muss. Dann achten wir auch möglichst darauf, dass das Futter tierversuchsfrei ist.

Wir bestellen den Großteil unseres Tierfutters (abgesehen von dem Rohfleisch und den Küken) primär bei Zooplus. Dort haben wir neben einer risigen Auswahl meist auch besondere Angebote. Zooplus* bietet sehr viele Informationen zu den einzelnen Futtersorten, sodass man dann recht komfortabel selber entscheiden kann, was man füttern möchte.

Aber manchmal verfüttern wir auch einfach das, was wir gespendet bekommen haben, denn auch, wenn man von dem guten Nassfutter weniger braucht als von dem Discounterfutter, kann man seine Katzen billiger ernähren, wenn man das Billigfutter kauft. Billiger ja, aber eben nicht gesund.

Rohes Fleisch, Beutetiere / Eintagsküken und Trockenfutter runden das Futterangebot für unsere Katzen ab.

Auf der Seite der Morgenpost gibt es einen interessanten Artikel, der einen Nassfuttertest der Stiftung Warentest auswertet.

Ich möchte dazu noch anmerken, dass wir diesen Test der Stiftung Warentest eigentlich sehr, sehr kritisch sehen. Ich persönlich glaube nicht, dass sie mit der richtigen Methode daran gehen, ein Katzenfutter zu beurteilen. Deshalb ist es nun so, dass ich zwar zustimmen würde, dass Futter von Royal Canin oder von Hills, oder von anderen Herstellern, bei denen die Zusammensetzung für das Tier ungesund ist, nicht empfehlenswert ist. Allerdings sehe ich es dort anders, wo es darum geht, dass auch die Biofuttersorten mangelhaft sind. Grundsätzlich sollte man doch unterscheiden, ob ein Futter so hergestellt wird, dass alle notwendigen Vitamine und Mineralstoffe künstlichen Ursprungs sind und in immer gleicher Zusammensetzung zugefügt werden – da sollte man dann wirklich darauf achten, dass diese Zusammensetzung für die Katze auch gesund ist – , oder ob ein Futter aus natürlichen Zutaten hergestellt wird – mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen aus den verwendeten Fleischsorten und Innereien und mit natürlichen Quellen für die sonst noch benötigten Zusatzstoffe. Also z.B. mit Lachsöl, Granatapfelkernen, Kräutern, oder Algen. In diesem zweiten Fall kann man keine genauen und gleichbleibenden Konzentrationen an Vitaminen und Spurenelementen gewährleisten. Ein Stück Leber wird mal mehr und mal weniger Vitamin A enthalten. Genau deshalb reicht es nicht, nur eine Probe von diesem Futter zu untersuchen. Die Aufnahmemenge gleicht sich wieder aus, wenn man das Futter öfter füttert. Davon abgesehen bevorzugen wir sowieso den Wechsel zwischen verschiedenen ‚guten‘ Futtersorten.

Zu den ‚guten‘ Futtersorten zählen bei uns aber nach wie vor keine Futter, die man für 21 Cent pro 100 g kaufen kann. Bei der Art der Herstellung wird einfach alles erst zerstört, um dann durch künstlich erzeugte Vitamine wieder aufgewertet zu werden.

Trotzdem ist es schön zu wissen, dass dort die Zusammensetzung dann optimiert wurde, während die richtig großen Marken auch da noch schlecht abschneiden.

Tierversuchsfrei sind diese Futter übrigens alle nicht. Da ist es völlig egal, ob da Whiskas, Felix, Kitekat, K-Classic oder Coshida draufsteht. Bei Hills, Royal Canin, Purina und wie sie alle heißen versteht es sich fast von selbst, dass da Tierversuche für das Futter gemacht werden. Oft liest sich die Zutatenliste schließlich wie die Inhaltsangabe eines  Chemiebaukastens.

Hinweise zu tierversuchsfreier Tiernahrung gibt es hier

Einen Artikel über Tierversuche für Tierfutter gibt es hier.

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