Wohnungshaltung oder Freigang?

Die Frage, ob eine Katze besser in reiner Wohnungshaltung lebt, oder Freigang haben sollte, führt oft zu heftigen Diskussionen. Dabei stellt sich für manche Menschen diese Frage gar nicht, weil sie sowieso nur Wohnungshaltung anbieten können.

Wir sind froh, dass wir unseren Katzen Freigang gewähren können. Ohne die Möglichkeit, dass sie selbständig rein und raus können wie sie möchten, könnten wir gar nicht so viele Katzen halten.

Nelly im November 2012

Nelly im November 2012

 

 

 

Unsere Katze Nelly im Garten. Leider ist sie ein Jahr nach diesem Bild nicht mehr nach Hause gekommen. Auch das passiert natürlich, und es ist eine fürchterliche Erfahrung. Nelly war sehr viel unterwegs und ihr Radius war ziemlich groß, obwohl sie schon sehr früh kastriert worden war. Vielleicht ist sie von einem Jäger geschossen worden.

 

 

 

Nelly am 07.02.2012

Nelly am 07.02.2012

Nelly, 9 Monate jünger als auf dem vorigen Bild.

 

Aber obwohl wir der Meinung sind, dass Katzen fast immer einen Drang nach draußen haben, und es wunderschön anzusehen ist, wenn die jungen   Katzen staunend über die Wiese laufen und versuchen Schmetterlinge zu fangen, würden wir auch Katzen in reine Wohnungshaltung vermitteln, wenn sich die Katzen dafür eignen und ihre Menschen genug Zeit und Liebe für sie haben. Natürlich müssen mindestens zwei Katzen gemeinsam in einer Wohnung leben, es sei denn, sie haben ganz klar gezeigt, dass sie keinerlei Katzen- oder Hundegesellschaft mögen. Aber das ist relativ selten und könnte sicher mit viel Geduld immer noch wieder geändert werden.

Für die Wohnungshaltung spricht natürlich der Umstand, dass es für die Katzen deutlich sicherer und meistens auch stressfreier ist. Sie können nicht vom Auto überfahren, nirgendwo eingesperrt und nicht verschleppt werden. Natürlich nur, so lange sie nicht durch ein Fenster oder eine offene Tür entwischen. Sobald so etwas passiert, ist es für die reine Wohnungskatze draußen natürlich wieder deutlich gefährlicher als für Katzen, die sich draußen auskennen.

Außerdem leiden reine Wohnungskatzen deutlich eher an Bewegungsmangel, Langeweile, Übergewicht und Stress durch Unterforderung als Freigängerkatzen.

Freigängerkatzen wiederum haben es auch nicht immer leicht. Sie müssen ihr Revier verteidigen, sind den Gefahren durch Kämpfe mit Artgenossen oder Hunden ausgeliefert, können vom Auto überfahren, in Kellern, Schuppen oder Garagen eingesperrt oder absichtlich gefangen und verschleppt oder getötet werden. Katzen, die einen recht großen Radius haben (den haben auch manche kastrierte Tiere) können zudem auch von Jägern geschossen werden.

Beide Haltungsformen haben also durchaus ihr Für und Wider.

Trotzdem  bevorzugen wir ganz klar die Freiganghaltung. Das liegt natürlich auch daran, dass wir fast ausschließlich draußen geborene Katzen haben, die sich in einer reinen Wohnungshaltung einfach nicht wohl fühlen würden.

Nelly-und-Chino-13.02.12

 

 

Nelly und Chino in ihrem ersten Winter bei uns.

 

 

 

Dass Freigänger kastriert und gekennzeichnet sein sollten versteht sich für uns von selbst.

Noch einmal unsere Meinung zum Für und Wider von Wohnungshaltung und Freigang:

Für die Wohnungshaltung und gegen die Haltung mit Freigang spricht:

  • Die Katze bekommt nicht so schnell Würmer oder Flöhe.
  • Sie bringt keine lebenden oder toten Tiere mit rein.
  • Sie lebt meistens länger, weil geschützter – sie wird weder vom Auto überfahren, noch gestohlen, erschossen oder sonst wie getötet, und sie lässt sich auch nicht aus Versehen irgendwo einsperren .
  • Sie muss keine Revierkämpfe ausfechten, und ist damit nicht so gefährdet sich an einer der tödlichen Infektionskrankheiten anzustecken.

Für den Freigang und gegen die reine Wohnungshaltung spricht:

  • Die Katze kann selber entscheiden, ob sie sich im Haus oder draußen aufhalten möchte (wenn ihr eine Katzenklappe zur Verfügung steht).
  • Sie kann ihrer Natur gemäß Mäuse fangen, Insekten jagen, Spaß haben.
  • Sie leidet seltener an Langeweile und Übergewicht.
  • Im Gegensatz zu einer reinen Wohnungskatze, die sehr gefährdet ist, wenn sie doch mal wegläuft, kennt sich die Katze mit Freigang in ihrem Revier aus.

Der Idealfall ist vielleicht ein schöner anregender Garten, der katzensicher umzäunt ist. Aber das ist wohl auch die teuerste Lösung und manchmal einfach nicht zu realisieren.

Kleinere Außengehege sind immer noch ein guter Kompromiss. Aber viele Menschen wohnen in der Stadt und können ihre Katzen wirklich nur in der Wohnung halten. Dann sollten sie ihnen aber dort viel Abwechslung bieten und Zeit für sie haben.

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